Amphibienschutzaktion 2025
03.03.2025

Amphibienschutz: Georg-Kerschensteiner-Schule macht seit mehr als 10 Jahren mit

von Heinrich Vollmer

Seit mehr als 10 Jahren ist die Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) Holdorf im Amphibienschutz mit jeweils 60 bis 90 Schülerinnen und Schülern unter der Leitung der Lehrer Claudia Totzke sowie Michael Averbeck im Krötenschutz am Diekhauser Weg in Grandorf aktiv. Nicht nur für diese umweltsichernden Aktivitäten erhielt im Oktober 2024 die GKS Holdorf das Siegel für Projekte der Nachhaltigkeit und des Naturschutzes und darf sich UNESCO-Umweltschule nennen. Ebenso aktiv sind die Grundschüler der Barbara-Schule an der Gramker Straße in Handorf-Langenberg.

Heimische Amphibien leben in zwei unterschiedlichen Welten: im Wasser und an Land. Im Frühling ziehen die Männchen und Weibchen zu ihren Laichgewässern, um sich zu paaren und ihre Eier abzulegen. Um die Weibchen anzulocken, rufen die Männchen mit ihren tiefen, leisen Rufen, die tagsüber und auch nachts zu hören sind. Ein Weibchen kann zwischen 500 und 3000 Eier legen.
Außerhalb der Fortpflanzungszeit leben Amphibien an Land, oft in der Nähe ihrer Laichgewässer. Sie überwintern in Hohlräumen und Spalten an Land. Diese Tierart ist durch die Trockenlegung von Mooren und anderen Feuchtgebieten gefährdet. Zudem führen intensive Landwirtschaft und Straßenverkehr zu einer Reduzierung der Populationen.
„Da ist jede Initiative, wie sie die GKS und auch die Barbara-Schule in Handorf-Langenberg durchführen, eine willkommene Überlebenshilfe“, sagt der Naturschützer Bernard Schonhöft. Ihm ist es durch seine Initiative und die Begleitung seit Jahren zu verdanken, dass sich die Schulen im Amphibienschutz engagieren. Der Landkreis Vechta beauftragt jedes Frühjahr eine Firma mit dem Aufstellen der Folienzäune, um die Amphibien in Eimern aufzufangen. Die Schülerinnen und Schüler entnehmen die Amphibien aus den Eimern, die entlang des Fangzaunes in die Erde gelassen wurden, und tragen diese über die Straße. Dort können die Tiere anschließend zum Ablaichen das naheliegende Gewässer erreichen. „Das Ablaichen entwickelt sich binnen kurzer Zeit. Nach einer gewissen Ruhepause zieht es die Amphibien bis zu 3 Kilometer wieder in den naheliegenden Wald zurück, wo sie sich beispielsweise von Käfern und Würmern ernähren“, berichtet Bernard Schonhöft.
18.000 Amphibien haben die Schülerinnen und Schüler während ihrer Freizeit in den vergangenen Jahren über die Straße geholfen. Die Amphibien, vorrangig Erdkröten, aber auch Grasfrösche, Bergmolche und Teichmolche, erfordern etwa 6 bis 8 Wochen die Aufmerksamkeit der jungen Naturschützer für das Sammeln. Einer von ihnen ist Jan Lüpke-Narberhaus aus der Klasse 10a. „Ich will viel in der Natur sein und den Kröten helfen zu überleben. Deshalb bin ich seit der sechsten Klasse dabei“, berichtet der 15-Jährige. Auch die 12-jährige Hanna Kamps aus der Klasse 6a ist mit dabei, um den Kröten sicher über die Straße helfen. Ihr ist der Naturschutz wichtig „Es gibt schlimme Dinge, die passieren. Luftverschmutzung und sinnloses Bäume fällen“, beklagt sie. Der Nabu-Kreisvorsitzende Ludger Frye lobt das Engagement der GKS-Schüler. „Toll ist, dass sie seit dem Jahr 2012 die Krötenwanderung jedes Jahr verlässlich begleiten. Dieser Einsatz ist vorbildlich“, so der Naturschutz-Experte aus Lohne.

Foto: Heinrich Vollmer

Meist gelesen