GKS unterstützt beim Entkusseln einer Silbergrasfläche
25.03.2025

Georg-Kerschensteiner-Schüler unterstützen den Nabu dabei, den Lebensraum der seltenen Pflanze zu erhalten

von Heinrich Vollmer

Holdorfer Schüler helfen dem Silbergras zu überleben: Silbergras wird etwa 10 bis 35 Zentimeter hoch und zählt in vielen Regionen zu den seltenen Pflanzen. Auf dem Gelände des ehemaligen Oberflächensandabbaugeländes vom ortsansässigen Kalksandsteinwerk hat sich diese Pflanze angesiedelt und verbreitet. Da sie viel Sonne benötigt und im Schatten nicht gedeihen kann, arbeiten Werksleitung, Naturschutzbund (Nabu) und Schüler des Wahlpflichtfachs der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) zusammen, um den Lebensraum dieser Pflanze zu erhalten. Nachdem im Jahr 2015 der Sandabbau eingestellt wurde, entdeckte die Naturschutzbehörde des Landkreises Vechta im Jahr 2023 während einer Überprüfung, ob das Kalksandsteinwerk seiner Renaturierungspflicht nachkommt, erstmals das Vorkommen des Silbergrases. Das berichtet Fabian Leuck, Geschäftsführer der Baustoffwerke Münster-Osnabrück.

Damit das Silbergras erhalten werden und sich entfalten kann ist regelmäßig ein Pflegeeinsatz (Entkusseln) notwendig. Dabei werden schattenbildende Gehölze entfernt und möglichst samt Wurzeln aus dem Boden gezogen, wie es die GKS-Schüler zuletzt vor zwei Jahren auf der Heidefläche bei Langenberg gemacht haben. „Nabu und GKS pflegen seit Jahren eine gute Zusammenarbeit“, betont der Kreisvorsitzende Ludger Frye aus Lohne. Da lag es nahe die Oberschule in die Pflegearbeiten einzubeziehen, die von Mitarbeitern des Kalksandsteinwerks durchgeführt werden. Der Ort gilt als einer der größten Silbergras-Vorkommen mit herausragender Bedeutung im Landkreis Vechta.

Durch die Zerstörung der meisten mageren Sandflächen in den vergangenen Jahrzehnten ist auch der Lebensraum des Silbergrases weitgehend verloren gegangen. Daher ist es heute im Binnenland sehr selten. In einigen südlich gelegenen Bundesländern ist es sogar vom Aussterben bedroht. Die Pflanze kommt mit trockenen, sauren und nährstoffarmen Sandböden zurecht, allerdings benötigt Silbergras viel Sonne, im Schatten verkümmert es.
Eine Besonderheit ist das Aufwachsen in so genannten Horsten. Dadurch bildet sich keine geschlossene Rasenfläche und bietet anderen Pflanzen Platz. Setzen sich Büsche und Bäume – wie schnellwachsende Birken – dazwischen, die viel Schatten werfen, kann sich das Silbergras nicht entfalten. Nicht selten bauen Wildbienen in den freien Sandflächen ihre Unterkünfte und auch Zauneidechsen siedeln sich dort gerne an.

Für dieses Jahr war es vorerst der letzte Pflegeeinsatz der GKS-Schüler. Sie waren in ihrer Freizeit – ausgestattet mit Spaten, Beil, Astschere und Säge – an den Böschungen fleißig beim Entkusseln dabei. Dabei mussten sie selbstverständlich Rücksicht auf die Brut- und Setzzeit nehmen. „Da zwei Einsätze bei dieser großen Fläche nicht ausreichen, werden wir im Herbst noch einmal wiederkommen“, sagte GKS-Konrektor Michael Averbeck und neben Claudia Totzke betreuender Lehrer des Wahlpflichtfachs.

„Wir sind eine anerkannte Unesco-Umweltschule, in dem Rahmen geht es auch um die Pflege von Biotopen. Deshalb sind uns Einsätze in der Natur wie das Amphibien-Projekt und aktuell dieses Entkusseln willkommen“, betonte der Konrektor. Das ermögliche den Mädchen und Jungen einen Einblick in die Natur, was Auswirkungen auf die Lebensgestaltung haben könne. „Wenn wir die Jugend nicht mitnehmen, wie sollen sie lernen die Natur zu schützen?“, fragt der Pädagoge.

Foto: Heinrich Vollmer

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